Wenn du einen bereits bearbeiteten Text später wieder zur Hand nimmst, kennst du vielleicht das Problem: Zahlreiche Stellen sind gelb, grün oder rot markiert, doch du weisst nicht mehr genau, weshalb eine Passage wichtig war oder was du daraus mitnehmen wolltest. Markierungen helfen dabei, Aufmerksamkeit zu lenken und relevante Stellen wiederzufinden. Sie ersetzen jedoch nicht die gedankliche Verarbeitung eines Textes.
Dabei lohnt sich eine einfache Unterscheidung. Eine Markierung hebt eine Textstelle hervor. Eine Annotation verbindet sie mit einem eigenen Gedanken, etwa als Randnotiz, Kommentar, Frage oder Verweis. Eine praktische Regel lautet deshalb: Ergänze wichtige Markierungen um mindestens einen eigenen Gedanken. Dafür reichen oft wenige Wörter. Entscheidend ist nicht die Länge der Notiz, sondern dass du mit der markierten Stelle gedanklich etwas machst.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Kennt ihr das? Der Alltag fühlt sich eintönig an, und ihr fragt euch, ob ihr etwas ändern solltet? Oft wird uns vermittelt, dass Routine langweilig ist und das Leben aufregender sein sollte. Doch aktuelle Forschungen zeigen, dass gerade alltägliche Gewohnheiten unser Wohlbefinden fördern und sogar die Kreativität steigern können.
Ich trage fast jeden Tag eine mechanische Armbanduhr. Das ist, nüchtern betrachtet, keine besonders vernünftige Entscheidung mehr. Mein Smartphone zeigt die Zeit genauer an, mein Computer ebenfalls, und selbst innerhalb der Welt der Armbanduhren wäre eine einfache Quarzuhr punkto Genauigkeit technisch überlegen. Meine mechanische Uhr schafft es sogar, jeden Monat einige Minuten von der objektiven Zeit abzuweichen – ein Feature, das mein Smartphone erstaunlicherweise nicht bietet. Trotzdem trage ich sie. Nicht trotz ihrer Überholtheit, sondern gerade deshalb.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ob gesünder essen, regelmässig Sport treiben oder die Nutzung sozialer Medien reduzieren – viele unserer Vorhaben scheitern, weil wir uns zu stark auf Motivation verlassen.
Christopher Nolan hat Homers Odyssee ins Kino gebracht. Ein Stoff, dessen schriftliche Fassung rund 2700 Jahre alt ist, funktioniert 2026 noch immer als grosses kulturelles Ereignis. Die interessantere Frage ist allerdings eine andere. Warum beschäftigt uns eine Geschichte weiterhin, deren Welt von Göttern, Zyklopen, Sirenen und Zauberinnen bevölkert ist? Warum erscheint uns Odysseus trotz dieser gewaltigen historischen Distanz nicht völlig fremd?
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Neugier ist nicht gleich Neugier. Die Forschung unterscheidet mindestens drei verschiedene Varianten. Welche das sind und wie diese unser Lernen und uns alle beeinflussen, lest ihr in der heutigen Ausgabe.
Ich habe den Sommer unter anderem dazu genutzt, verschiedene aktuelle Entwicklungen in der Berufsbildung und beruflichen Weiterbildung genauer zu verfolgen. Besonders auffällig war für mich, dass sehr unterschiedliche Initiativen auf ein ähnliches Problem reagieren: Berufliche Kompetenz lässt sich unter Bedingungen schnellen technologischen Wandels immer weniger in einzelnen Kursen oder punktuellen Qualifikationen organisieren. Europäische Initiativen, Projekte des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und aktuelle OECD-Arbeiten weisen vielmehr in Richtung eines kontinuierlichen Systems der Kompetenzentwicklung. Künstliche Intelligenz ist dabei nicht das einzige Thema, aber ein wichtiger Beschleuniger.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Die Angst vor Zurückweisung hält viele Menschen davon ab, ihre Ziele zu verfolgen. Doch eine neue Herangehensweise zeigt: Wer bewusst nach Ablehnung sucht, kann nicht nur Resilienz aufbauen, sondern auch überraschend oft ein „Ja“ erhalten.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ein neues Hobby zu beginnen oder ein altes wieder aufleben zu lassen, ist eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, die mentale Gesundheit zu stärken. In einem oft hektischen und anspruchsvollen Alltag bieten Hobbys eine willkommene Auszeit, um zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Die positiven Effekte auf das psychische Wohlbefinden sind wissenschaftlich belegt und gehen weit über blosses Vergnügen hinaus.
Eine wacklige Lego-Brücke steht am Anfang einer Reihe psychologischer Experimente. Der Ingenieur Leidy Klotz baute sie gemeinsam mit seinem dreijährigen Sohn. Einer der beiden Pfeiler war zu kurz, die Brücke deshalb instabil. Klotz griff in die Kiste, um einen passenden Stein zu suchen. Sein Sohn löste das Problem anders: Er nahm einen Stein vom längeren Pfeiler weg. Die Brücke war nun stabil, obwohl sie aus weniger Teilen bestand. Oder genauer: weil sie aus weniger Teilen bestand.